Knieprothese und Arthrose

Seit über 100 Jahren werden Knieprothesen als Ersatz für beschädigte Kniegelenke von orthopädischen Chirurgen eingesetzt.

Während noch vor wenigen Jahren der Sinn einer Knieprothese in der Verbesserung des Nacht- und Ruheschmerzes und der bewältigbaren Gehstrecke im Alltag gesehen wurde, wird heute über den Grad der Sportfähigkeit diskutiert werden.

Unser Ziel ist es, die individuellen Eigenheiten Ihres Kniegelenks zu berücksichtigen und die Knieprothesen entsprechend der spezifischen Anatomie und den individuellen Bandstrukturen auszurichten.

Seit 2018 verwenden wir zur Implantation von Teil- und Totalprothesen die MAKO Roboter-Technologie. Damit kann die Patientensicherheit zusätzlich verbessert und operative Komplikationen weiter minimiert werden. Dies erhöht die Qualität des Protheseneinbaus zusätzlich.

Ursachen und Symptome

Die hauptsächliche Ursache für den Einbau einer Knieprothese ist die Arthrose im Kniegelenk.

Dabei handelt es sich um die Abnutzung des Knorpelbelags im Gelenk, oft begleitet von Entzündungsprozessen. Die Ursachen sind oft altersbedingt, oder durch Fehlstellungen wie O-Beine oder frühere Verletzungen bedingt.

Patienten klagen über Knieschmerzen unter Belastung, nach längerem Sitzen und beim Aufstehen. In fortgeschrittenen Stadien kommt auch Nacht- und Ruheschmerz hinzu.

« Jahrelang habe ich massiv unter Schmerzen gelitten. Jeder Schritt, jedes längere Sitzen und dann Aufstehen war eine Qual. Oft war ich aufgrund der chronischen Schmerzen schlecht gelaunt. Heute geht es mir viel besser - dies wirkt sich auch positiv auf meine Familie aus. Hätte ich gewusst, was für ein grosses Stück an Lebensqualität ich durch die Knie-Teilprothese zurückgewinne, ich hätte die Operation schon früher gemacht. »

René Hug, Bern

Abklärungen und Behandlungen

Für die Diagnose reicht meist die gründliche Befragung des Patienten, die manuelle Untersuchung des Kniegelenkes sowie die Anfertigung von Standard-Röntgenaufnahmen aus.

Bevor eine Knieprothesenimplantation notwendig ist, kann mit diversen nicht chirurgischen Therapien wie der Gabe von entzündungshemmenden Schmerzmitteln, physiotherapeutischem Krafttraining oder Kortisoninfiltrationen in das Kniegelenk eine Linderung der Symptome erreicht werden.

Wenn alle konservativen Therapiemöglichkeiten ausgeschöpft sind, ist der Einbau einer Knieprothese jedoch dann meist unumgänglich.

Knie-Teilprothese

Wenn immer möglich versuchen wir, anstelle von Vollprothesen sogenannte Teilprothesen am Kniegelenk einzusetzen. Dabei werden nur ein oder zwei Anteile des Kniegelenkes (von insgesamt drei) durch eine Prothese ersetzt. Hauptsächlich werden die Innenseite des Kniegelenks, aber auch die Aussenseite oder das Gleitlager der Kniescheibe ersetzt.

Die Vorteile einer Teilprothese für unsere Patientinnen und Patienten sind:

  • Kleinerer Eingriff und dadurch raschere Erholung
  • Weniger Komplikationen
  • Natürliche Kniefunktion
  • Schneller Belastbarkeit

Unsere Patientinnen und Patienten freut im Besonderen die Wiederaufnahme ihrer sportlichen Tätigkeit nach Jahren von schmerzbedingten Einschränkungen.

Nachteile bestehen in der Entwicklung einer Arthrose im nicht ersetzten Anteil des Kniegelenkes, welcher bei einigen wenigen Patienten später den Wechsel auf eine Vollprothese notwendig macht.

MAKO Roboterarm-Technologie

Ein bisher nicht gekanntes Mass an Präzision und Patientensicherheit kann mit der roboter-assistierten Operationsmethode MAKO erreicht werden. Inzwischen entscheiden sich über 95% unserer Patienten für eine Operation mit dem MAKO Roboter.

Optimal Recovery

Ihre Knieprothesen-Operation sowie die gesamte Vor- und Nachbehandlung haben wir nach den neusten wissenschaftlichen Erkenntnissen standardisiert und ein spezielles "Optimal Recovery"-Rehabilitationsprogramm für Sie zusammengestellt. Dabei verfolgen wir einen individuell abgestimmten und interdisziplinären Therapieansatz, der modernste wissenschaftliche Standards mit persönlicher Betreuung vereint. Damit Sie nach einer Knieprothese möglichst schnell und sicher in Ihren Alltag zurückkehren können.

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Meine Knieprothese: Was erwartet mich?

Vorstellung in der Sprechstunde

Beim ersten Besuch in unserer Sprechstunde wird festgestellt, ob der Ersatz des Kniegelenks, also der Einbau einer Knieprothese, notwendig ist. Falls wir gemeinsam zu dieser Entscheidung kommen, wird ein Operationstermin vereinbart und der Hausarzt informiert.

Bereits jetzt werden Ihnen die Grundzüge der weiteren Behandlung erklärt. Sie werden über die zu erwartende Spitalaufenthaltsdauer und die Nachbehandlung aufgeklärt. Auch das voraussichtliche Entlassungsdatum wird bereits besprochen, um die Betreuung zu Hause so gut wie möglich zu planen.

Sie erhalten schriftliches Informationsmaterial über die Art der Operation sowie über Ihren Spitalaufenthalt.

Wir vereinbaren gemeinsam weitere Termine: Falls Sie sich für eine Operation mit dem MAKO Robotersystem entschieden haben, wird ein Termin für eine Computertomografie für die 3D-Planung der Prothese vereinbart. Ausserdem benötigen Sie einen Termin beim Anästhesisten um die Art der Narkose festzulegen und es wird ein weiterer Termin bei uns abgemacht, um den Eingriff im Detail zu besprechen und alle offenen Fragen zu klären. Für allgemeine internistische Abklärungen müssen Sie zudem ca. 4 Wochen vor der Operation selbständig einen Termin bei Ihrem Hausarzt vereinbaren.

Operationsaufklärung

Es ist gut, wenn zum Gespräch über die Operationsaufklärung ein Angehöriger oder eine vertraute Person mitkommt. Diese Person soll vor allem nach der Operation ein Unterstützer und eine Motivatorin sein.

Optimal Recovery

Bereits vor der Operation empfehlen wir Ihnen an unserem Optimal Recovery Programm teilzunehmen.

Bereits vor dem Eintritt ins Spital sollten Sie nun alle wichtigen Informationen erhalten haben und gut auf den Eingriff vorbereitet sein.

Anästhesie

Ein bis zwei Wochen vor der geplanten Operation werden Sie vom Narkosearzt gesehen. Zu diesem Zeitpunkt hat er oder sie bereits alle notwendigen Unterlagen von uns und Ihrem Hausarzt erhalten. Die Art der Narkose und der Schmerzmedikation nach dem Eingriff werden besprochen. Auch hier wird der Anästhesist auf Ihre persönlichen Bedürfnisse eingehen, die Schmerzprotokolle werden individuell mit Ihnen erarbeitet.

Der Eingriff selbst wird in Rücken- oder Allgemeinanästhesie durchgeführt. In den meisten Fällen erhält der Patient zusätzlich während der Operation eine lokale Infiltrationsanästhesie direkt in das Kniegelenk. Dies ist für Sie schmerzfrei und führt zu einer starken Schmerzreduktion nach der Operation, während die Muskulatur das Kniegelenk weiterhin bewegen kann.

Zusätzlich können je nach Patient weitere Verfahren zur Reduktion von Schmerzen nach der Operation zur Anwendung kommen. Ziel ist es, dass Sie bereits am Tag der Operation wieder laufen können und dabei mit der Schmerzmedikation optimal eingestellt sind.

Operation

Ein weiterer essentieller Faktor für eine gute Genesung ist die Optimierung der Operation selbst nach den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen. Wie bereits erwähnt, wird dabei das bewährte Design der Knieprothesen nicht verändert. Vielmehr werden neue Zugangswege zum Kniegelenk verwendet und die Knieprothese nach der natürlichen Bandspannung des Kniegelenks ausgerichtet.

Unser minimal-invasiver Zugang zum Kniegelenk (EMS-Zugang) wurde mit der Zielsetzung entwickelt, Blutungen wenn immer möglich zu vermeiden und den wichtigen Streckapparat des Kniegelenkes (Sehnen um die Kniescheibe herum) nicht zu durchtrennen. Dadurch kommt es nach der Operation zu weniger Schmerzen und Schwellungen, die Heilungszeit verkürzt sich und Sie können das Kniegelenk schneller und besser wieder bewegen.

Am Ende der Operation wird das Gelenk zudem nicht mehr durch eine herkömmliche Naht, sondern durch einen Spezialkleber verschlossen. Die Wunde ist dadurch dicht, eine Infektion des Kniegelenkes von aussen weniger wahrscheinlich. Zudem legen wir auch keine Drainagen in das operierte Knie ein. Durch den so erreichten geringen Blutverlust fühlt sich der Patient allgemein fitter und benötigt keine Bluttransfusionen mehr.

Operationstechnik

Die Operation wird computernavigiert oder noch präziser mit dem MAKO Roboter durchgeführt.

Dieses Verfahren respektiert die natürliche Länge der Bänder und richtet die Prothese beim Einbau danach aus. Die Kniescheibe bleibt beim Messen der Bandlänge ebenfalls in ihrer natürlichen Position. Alle Schritte werden zudem computerüberwacht und dokumentiert.

Während Ihres Spitalaufenthalts

Bereits am Nachmittag nach der Operation werden Sie von der Physiotherapie aufgenommen, d.h. Sie machen einige Schritte selbstständig und möglichst ohne Gehstützen. Dies stärkt Ihr Vertrauen in die Operation und das neue Kniegelenk.

Der Grad der Selbstständigkeit, der Pflegebedarf und die Fähigkeit, Übungen mit dem operierten Kniegelenk durchzuführen werden täglich zusammen mit Ihnen von der Physiotherapie und der Pflege abgestimmt und angepasst. Noch während Ihres Spitalaufenthalts wird viel Wert auf das Abtrainieren der Gehstöcke gelegt, so dass Sie in Ihrer gewohnten Umgebung sowie im Alltag bald wieder möglichst selbstständig sein können.

Zurück zu Hause

Die Übungen, welche Sie bereits während Ihres Spitalaufenthalts erlernt haben, führen Sie zu Hause regelmässig selbständig durch. Zweimal pro Woche besuchen Sie eine Physiotherapie Ihrer Wahl. Die Physiotherapeutin orientiert sich dabei an unseren Vorgaben.

Nach zwei Wochen wird eine Kontrolle durch Ihren Hausarzt durchgeführt. Dieser überwacht den weiteren internistischen Verlauf, während die erste Nachkontrolle bei uns 6-8 Wochen nach dem Eingriff stattfindet.

Zukunft

Die allgemeine Patientenzufriedenheit nach unserem Konzept der raschen Genesung ist sehr hoch, v.a. der schnelle Gewinn an Selbstständigkeit nach einer Knieprothese wird von unseren Patientinnen und Patienten sehr geschätzt. Bereits nach kurzer Zeit sollten Sie Ihren Alltag wieder schmerzfrei und ohne weitere Einschränkungen aufnehmen können.

Häufige Fragen